ftd.de, 17:42
Schreibwaren: Faber-Castell unterzeichnet Sozialcharta
In allen Werken des Schreib- und Zeichengeräteherstellers Faber-Castell
gelten in Zukunft soziale Mindeststandards.
Eine entsprechende Charta unterzeichneten am Freitag der geschäftsführende
Gesellschafter von Faber-Castell, Anton Wolfgang Graf, und der IG-Metall-Chef,
Klaus Zwickel. Für die Beschäftigten des weltweit tätigen
Unternehmen gelten damit Arbeitsbedingungen gemäß der Internationalen
Arbeitsorganisation (ILO). Die Charta sieht die Einhaltung von Tarifverträgen
vor und schließt Kinderarbeit aus. Faber-Castell räumt seinen
Arbeitnehmern das Recht ein, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Außerdem
verpflichtet sich das Unternehmen zur Gewährleistung sicherer Arbeitsplätze.
Fast die Hälfte der 5500 Faber-Beschäftigten arbeitet in Brasilien.
Zwickel nannte den Abschluss einen "wichtigen sozialpolitischen Fortschritt",
der vorbildlich sei. In der Schreib- und Zeichenwarenbranche gebe es keine
vergleichbare Vereinbarung. Die Faber-Castell-Gruppe teilte am Freitag
mit, sie habe 1999 einen konsolidierten Umsatz von 503 Mio. DM erzielt.
Im Vergleich zum Vorjahr sei der Umsatz um 6,4 Prozent zurückgegangen.
Das Unternehmen machte dafür die starke Abwertung der brasilianischen
Währung sowie die schwache Inlandskonjunktur in Brasilien verantwortlich.
© dpa